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Kleine Zeitung Steiermark Region Mürztal 4.7.2002 |
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| Die Mürzer und Veitscher wirds in den Betten rütteln |
Für ein seismologisches Experiment werden von der Technischen
Uni Wien Sprengungen durchgeführt. Spürbar zu nächtlicher Stunde.
In den frühen Morgenstunden am Freitag, etwa zwischen vier
und fünf Uhr, werden die Bewohner in der Veitsch vielleicht
eine kleine Erschütterung spüren. Ein Mini-Erdbeben sozusagen.
Dasselbe gilt für Mürzzuschlag, nur etwas früher.
Grund dafür ist ein internationales seismologisches Großexperiment,
genannt "ALP2002", das in Österreich von der Technischen
Universität in Wien koordiniert wird. "Unser Ziel ist
es, ein genaueres, dreidimensionales Modell der Struktur und der
mechanischen Eigenschaften der obersten Erdschicht zu entwickeln",
erklärt Universitätsprofessor Ewald Brückl.
In den letzten Wochen wurden deshalb an rund 30 Punkten quer durch
Österreich Sprenglöcher gebohrt. Pro Sprengung werden
fünf rund 50 Meter tiefe Löcher mit 300 Kilogramm Sprengstoff
versehen. In der Veitsch gibt es aber nur eine Sprengung. "Die
erfolgt in den frühen Morgenstunden, weil weniger Verkehr ist,
damit ist auch die seismographische Bodenunruhe gering", so
Brückl. Die Sprengungen sind in rund zwei bis drei Kilometern
Entfernung als leichtes Grollen spürbar.
KEINE SCHÄDEN "Es
ist nicht besonders spektakulär, es fliegt nichts durch die
Luft, alles findet unterirdisch statt", erklärt Brückl.
Schäden könnten nicht enstehen: "Alle diese Punkte
sind in unbebautem Gebiet, wir haben Erfahrungswerte, da kann nichts
passieren", beruhigt der Wissenschafter.
Entlang der Sprenglinien in Österreich werden 1100 seismographische
Stationen zur Messung der Erschütterungen aufgestellt. Davon
erwartet man sich zum Beispiel, dass Erdbeben künftig besser
lokalisiert werden können. Die Untersuchungen sollen auch der
Grundlagenforschung für die Nutzung von Erdwärme dienen.
Aber auch die Entwicklung von Sedimentationsbecken und die damit
verbundene Entstehung von Lagerstätten wie Erdöl sollen
dadurch besser verstanden werden. VON CHRISTIAN HUEMER, MICHAELA AUER |
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