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Tiroler Tageszeitung, Nr. 151, 02.07.2002, Seite:20, Ressort:Allgemein, Osttirol |
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| Im Defereggental wird am Mittwoch die Erde beben |
Zum Erforschen der Vorgänge in der Erdkruste und zur Erdbebenlokalisierung
wird auch in Osttirol ein künstliches Erdbeben ausgelöst.
Die Ostalpen sind am Mittwoch Schauplatz des wissenschaftlichen
Großprojektes "ALP2002. Durch 30 Sprengungen werden
künstliche Erschütterungen erzeugt, die durch 1100 Seismometer
aufgezeichnet werden.
Zwölf Sprengungen erfolgen in Österreich. Orte des Geschehens
sind auch die Gemeindegebiete St. Jakob i.-D. und Oberdrauburg.
Im Bereich Staller Sattel wurden fünf Bohrlöcher mit einer
Tiefe von je 50 Metern gesetzt. In jedes Loch werden heute Dienstag
300 Kilogramm Sprengstoff gefüllt. Die Beben - in St. Jakob
wird um 4.20 Uhr gezündet - können im Umkreis von einigen
Kilometern zu spüren sein. Die Detonation hört man als
dumpfes Grollen und als Krachen, das einem Böllerschuss ähnelt.
Die Plätze wurden so ausgewählt, dass keine Schäden entstehen
können, erklärt Ewald Brückl von der Technischen
Universität Wien. Der gebürtige Lienzer leitet dort das
Institut für Geodäsie und Geophysik und steht an der Spitze
des Alp-2002-Teams in Österreich.
Die Auswertung wird Jahre dauern. Brückl geht es um ein grundsätzlich
besseres Verständnis vom Aufbau des hundert Kilometer dicken
äußeren Gesteinsmantels. Die Wissenschafter erwarten
sich auch einen praktischen Nutzen: Unterlagen zur besseren Lokalisierung
von Erdbeben und das Aufspüren von Hohlräumen mit Flüssigkeiten
wie Öl. VON PETER UNTERWEGER
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