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Wiener Zeitung, Nr. 122, 27.06.2002, Seite:8, Ressort: Inland |
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| Explosive Forschung an der Lithosphäre |
Entlang von zwölf Linien werden rund 30 Sprengungen mit jeweils
300 kg Sprengstoff durchgeführt. 1.100 Seismometer werden die
dabei entstehenden Erschütterungen aufzeichnen. In Österreich
wird es zwölf Sprengungen geben: In der Wattener Lizum, im
Defreggental (Tirol), Oberdrauburg, Arnoldstein, Eisenkappl, Maltatal,
Wolfsberg (Kärnten), Mürzzuschlag, Schladming, Veitsch
(Steiermark) sowie in Schärding und am Attersee (Oberösterreich).
Die Lithosphäre umfasst die Erdkruste und den obersten Erdmantel,
also die obersten 100 km, wo die Erde (Durchmesser: 12.740 Kilometer)
noch fest ist. Sie besteht aus einer größeren Zahl von
Platten, die auf der so genannten Asthenosphäre schwimmen.
Für die Forscher ist die Lithosphäre besonders interessant,
weil genau dort Erdbeben entstehen. Unser Ziel ist es, ein genaueres,
dreidimensionales Modell der Struktur und der mechanischen Eigenschaften
der Lithosphäre zu entwickeln, erklärte der österreichische
Projektleiter, Univ.-Prof. Ewald Brückl vom Institut für
Geodäsie und Geophysik der TU Wien.
Das Verständnis über aktuelle geodynamische Prozesse solle
vertieft werden. Wir erwarten uns etwa, Erdbeben besser zu lokalisieren
zu verstehen zu können, sagte Brückl. Organisiert wird
das Projekt durch ein Konsortium bestehend aus elf Ländern.
In Österreich sind fünf Universitäts- und Forschungsinstitute
beteiligt, die nationale Koordination erfolgt über das Forschungsprogramm
Geophysik der Erdkruste der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
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